Krebs beim Hund: Symptome, Arten & Heilungschancen
Wie auch beim Menschen steigt bei Hunden, Katzen und anderen Tieren mit zunehmendem Alter das Risiko, an Krebs zu erkranken. Hier erfahren Sie, welche Symptome auf eine Krebserkrankung deuten, welche Arten von Krebs bei Hunden besonders häufig vorkommen und wie eine Behandlung abläuft.
Symptome von Krebs bei Hunden & Tieren
Erkrankungen bei Tieren sind oft gar nicht so einfach zu erkennen. Zudem können die Anzeichen für Krebs sehr unterschiedlich sein und überschneiden sich nicht selten mit den Symptomen von anderen Erkrankungen.
Deshalb ist es besonders wichtig, Ihren Hund aufmerksam zu beobachten und Veränderungen im Verhalten richtig zu deuten – zur Not sollten Sie Ihr Tier lieber einmal “zu oft” zum Tierarzt bringen, um eine mögliche Erkrankung so früh wie möglich zu erkennen.
Hier eine kurze Liste mit Symptomen, die auf eine mögliche Krebserkrankung hindeuten können:
- Wunden, die nicht heilen
- Blutungen oder Ausfluss
- Umfangsvermehrungen (Tumore)
- Appetitlosigkeit, Appetitverlust
- Spontane Gewichtszunahme oder -abnahme
- Schwierigkeiten beim Fressen, Kauen oder beim Schlucken
- Schwierigkeiten beim Absetzen von Harn- oder Kot
- Anhaltende Lahmheit oder Steifheit der Gliedmaßen
- Kurzatmigkeit, deutlich verringerte Ausdauer
- Unangenehmer Geruch aus dem Maul
Zeigt Ihr Hund oder Ihre Katze eines oder mehrere dieser Symptome? Das muss noch lange nicht heißen, dass eine Krebserkrankung vorliegt! Dennoch sollten Sie nicht zögern und Ihr Tier möglichst bald zum Tierarzt bringen. Unsere erfahrenen Tierärzte von TIERplus sind an mehreren Standorten für Sie da! Auch bei Fragen zur Diagnose oder Therapie sind wir gerne behilflich.
Krebserkrankungen bei Hunden
Krebs kann rein theoretisch an jedem Ort im Körper entstehen. In der Praxis kommen einige Krebsarten deutlich häufiger vor als andere. Hunde sind am häufigsten von folgenden Krebsarten betroffen:
1. Tumoren der Haut
Hautkrebs ist mit Abstand eine der am häufigsten auftretenden Krebserkrankungen beim Hund. Tumoren können sich in allen Schichten der Haut bilden und zeigen sich als Hautveränderung oder Geschwulst – direkt auf oder auch unter der Haut. Die Heilungschancen hängen von der Aggressivität des Tumors und von dem allgemeinen Gesundheitszustand des Tieres ab.
2. Mastzelltumoren
Mastzellen sind Zellen des Immunsystems, die eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr spielen. Tumoren der Mastzellen zeigen sich meist durch Knoten oder erhabene Flecken an der Haut oder der Unterhaut. Mastzelltumoren kommen bei Hunden – im Vergleich zu Katzen und anderen Tierarten – deutlich häufiger vor und verhalten sich zudem aggressiver. Auch gutartige Mastzelltumoren sollten entfernt werden, da sie unberechenbar sind und sich im Laufe der Zeit bösartige Zellen bilden können.
Solche Tumoren werden in der Regel chirurgisch entfernt und anschließend erfolgt eine Chemotherapie oder Strahlentherapie.
3. Tumoren der Milz
Milzkrebs ist eine häufige Erkrankung, die größtenteils lange unbemerkt bleibt, da die Symptome sehr unspezifisch sind (z. B. Apathie, Erbrechen). Ein unbemerkter Tumor kann in späteren Stadien aufplatzen und zu einer lebensgefährlichen inneren Blutung führen.
Tumoren der Milz sind in ca. 50 % der Fälle bösartig und müssen operativ entfernt werden. Danach folgt in der Regel eine Chemotherapie.
4. Knochenkrebs
Knochentumoren entstehen vorwiegend bei großen Rassen oder sogenannten Riesenrassen. Besonders das Osteosarkom ist ein aggressiver Knochentumor, der schnell Metastasen bildet und zu starken Schmerzen führt. Eine Behandlungsmöglichkeit ist – im Anfangsstadium – die Stereotherapie (gezielte Strahlentherapie). In manchen Fällen, und falls medizinisch möglich, muss jedoch der Körperteil amputiert werden und es erfolgt eine anschließende Chemotherapie.
5. Tumoren der Gesäuge- bzw. Milchleisten
Mammatumoren kommen hauptsächlich bei Hündinnen vor und sind in etwa 50 % der Fälle bösartig. Sie können an einer Verhärtung bzw. einem Geschwulst in der Milchleiste erkannt werden. Die Behandlung umfasst eine OP und – je nach individuellem Fall – eine Strahlen- oder Chemotherapie. Da Hormone eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Gesäugetumoren spielen, kann eine frühzeitige Sterilisation das Risiko deutlich mindern.
6. Gehirntumor
Tumoren im Gehirn betreffen ca. 2 – 4,5 % aller Hunde und sind damit gar nicht so selten. Sie sind von außen schwer festzustellen und machen sich oft erst bemerkbar, wenn sie zu einer beachtlichen Größe herangewachsen sind. Denn dann kann es zu Krämpfen, Koordinationsschwierigkeiten, Lahmheit, Gangstörungen, Erblindung kommen.
Auch Tumoren im Gehirn, die gutartig sind, können Probleme verursachen, da sie auf das benachbarte Gewebe Druck ausüben können.
In den meisten Fällen kommt zur Behandlung die Strahlentherapie zum Einsatz. Dennoch können in den meisten Fällen nicht alle Tumorzellen entfernt werden, wodurch Gehirnkrebs dazu neigt, wiederzukommen.
7. Darmtumoren
Zu Darmkrebs bei Hunden zählen verschiedene Unterarten, abhängig davon, in welchem Teil des Darms und in welchem Gewebe sich die Krebszellen gebildet haben. Symptome sind blutiger Kot, chronischer Durchfall, Verstopfung und Gewichtsverlust. Die Behandlung besteht meist aus einer OP und einer anschließenden Chemotherapie.
Diagnose
Nur eine Biopsie kann Sicherheit schaffen, ob tatsächlich eine Krebserkrankung vorliegt. Dafür entnimmt der Tierarzt eine kleine Zellprobe, die im Labor genauestens untersucht wird. Ist das Ergebnis positiv (Krebszellen liegen vor), werden weitere Untersuchungen (z. B. Bluttests, Computertomografien) eingeleitet, um das Stadium der Erkrankung genauer festzustellen – unter anderem, ob sich bereits Metastasen gebildet haben und wie groß die Tumore tatsächlich sind.
Zudem werden allgemeine Untersuchungen Ihres Hundes eingeleitet, um den allgemeinen Gesundheitszustand festzustellen. So kann in weiterer Folge die beste Behandlungsmethode bestimmt werden und auch Prognosen werden möglich.
Therapie von Krebs beim Hund
Da sich Krebserkrankungen beim Hund im Grunde wenig von Krebserkrankungen bei Menschen unterscheiden, sieht auch die Therapie sehr ähnlich aus. Folgende Behandlungsmethoden werden – nach individueller Abschätzung des Tierarztes – einzeln oder in Kombination angewendet:
1. Operation
Je nach Körperstelle, Größe und Stadium kann der Tumor chirurgisch entfernt werden. Dafür wird er unter Vollnarkose großflächig aus dem umliegenden Gewebe geschnitten. Diese Behandlungsmethode ist besonders bei früh erkannten Erkrankungen (bevor sich Metastasen gebildet haben) erfolgversprechend.
2. Strahlentherapie
Bei der Strahlentherapie (Radiotherapie) wird der Tumor intensiver, elektromagnetischer Strahlung ausgesetzt. Im Idealfall werden die Krebszellen dadurch zerstört und der Tumor bildet sich zurück.
3. Chemotherapie
Bei der Chemotherapie kommen spezielle Medikamente zum Einsatz, die die Krebszellen im ganzen Körper bekämpfen sollen. Diese Methode ist meist sinnvoll, wenn der Krebs bereits Metastasen gebildet hat (oder Verdacht darauf besteht). Manchmal wird die Chemotherapie auch zur Prophylaxe empfohlen, wenn die Diagnostik keine eindeutigen Auskünfte liefert.
4. Weitere Behandlungsmöglichkeiten
Ergänzend zu den genannten Behandlungen können zusätzliche Maßnahmen infrage kommen, um den Organismus des Hundes zu stärken oder um gegen bestimmte Symptome (z. B. Schmerzen) vorzugehen. Hierzu gehören z. B.
- Immuntherapie – Stärkt das Immunsystem, damit es (im Idealfall) gegen Krebszellen vorgehen kann
- Ernährung – Futter, das Inflammationen vorbeugt und den Körper stärkt
- Massage & Physiotherapie – Entspannung, Schmerzbehandlung & körperliche Stärkung
Unsere Ärzte von TIERplus sind auf dem aktuellsten Stand der Veterinärmedizin, beantworten Ihre Fragen und entwickeln gemeinsam mit Ihnen den bestmöglichen Behandlungsplan für Ihren Hund. Die Gesundheit und die Lebensqualität Ihres Tieres stehen bei uns dabei immer im Fokus.
Aussichten & Heilungschancen
Krebs ist leider nicht immer heilbar. Dennoch ist es dank moderner Medizin möglich, viele Krebserkrankungen erfolgreich zu behandeln und Ihrem Hund ein langes und glückliches Leben zu ermöglichen. Ausschlaggebend dafür sind eine frühzeitige Diagnose sowie eine passende Behandlung. Jüngere und gesunde Tiere – ebenso wie Menschen – haben in der Regel deutlich bessere Aussichten auf eine Heilung als ältere Tiere. Das hängt jedoch auch stark von der Art der Krebserkrankung ab.
Gibt es bedauerlicherweise keine Aussicht auf eine Heilung oder schlägt keine Therapie an, steht die palliative Behandlung im Fokus. Diese zielt darauf ab, die Lebensqualität des Tieres zu erhalten bzw. zu steigern und dem Hund ein schmerzfreies und würdevolles Lebensende zu bieten.
Ganz unabhängig von den Aussichten – in der herausfordernden Zeit nach einer Krebsdiagnose beim geliebten Tier sind sie nicht allein! Es gibt zahlreiche Selbsthilfegruppen sowie Therapieangebote, mit denen Sie Gleichgesinnte finden können. Unsere Tierärzte informieren Sie gern und stehen Ihnen mit veterinärmedizinischen Fachkenntnissen zur Seite.
Mögliche Ursachen für Krebs bei Hunden und Katzen
Ursachen für Krebs sind extrem vielseitig. Selbst bei jungen Hunden oder Katzen, die sich vollkommener Gesundheit erfreuen, kann sich plötzlich Krebs entwickeln. Folgende Faktoren können eine Krebserkrankung begünstigen oder sogar auslösen:
- Alter – Mit höherem Alter steigt das Risiko für eine Krebserkrankung zunehmend, ab einem Alter von 10 Jahren entwickeln fast 50 % der Hunde eine Krebserkrankung
- Umwelteinflüsse – Gift- bzw. Schadstoffe im Futter, Wasser, Lebensraum, Passivrauchen können Krebs zur Folge haben
- Genetik – Veranlagungen zu Krebserkrankungen können vererbt werden
- Rasse – Manche Rassen haben ein höheres Risiko für bestimmte Krebserkrankungen
- Hormonelle Faktoren – Krebs der Geschlechtsorgane oder der Milchleiste kommt bei nicht kastrierten bzw. sterilisierten Tieren deutlich häufiger vor
- Vorerkrankungen & Traumata – Manche Erkrankungen oder Verletzungen können eine spätere Krebserkrankung begünstigen
Ihr Hund oder Ihre Katze fühlt sich unwohl? Das muss nicht gleich auf eine Krebserkrankung deuten, doch eine frühzeitige Diagnose kann Leben retten. Unsere erfahrenen Tierärzte untersuchen Ihr Tier ausführlich, beantworten Ihre Fragen individuell und beraten Sie bei Bedarf zu notwendigen Maßnahmen. Vereinbaren Sie einen Termin – wir sind an mehreren Standorten in Österreich für Sie da.