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< + Bitte nicht so Träge!
    • 01 Mär 12

    + Bunt, laut und ein wenig tückisch

    Papageien und Sittiche erfreuen sich als Haustiere großer Beliebtheit. Nur eines sollten Tierbesitzer nicht unterschätzen: die Papageienkrankheit, Psittakose, eine Infektionskrankheit, die auch auf Menschen übertragbar ist!

    Besonders über die Papageienkrankheit sollten Tierbesitzer informiert sein. Die Erreger der Psittakose tragen den Namen Chlamydophila psittaci und sind den Bakterien verwandte Mikroorganismen. Sie rufen sogenannte Chlamydien-Infektionen hervor. Die Papageienkrankheit wird über das Einatmen von verseuchtem Staub übertragen. Eine Gefahr geht daher auch vom mit Kot durchsetzten Vogelsand aus.

    Gefährdung für den Menschen

    Nicht nur Vögel, auch der Mensch kann an Psittakose erkranken. Die Ansteckung erfolgt, wie bei den Tieren, meist durch Einatmen von infektiösem Kot/Staub. Beim Menschen kann sie als akute, oftmals mit hohem Fieber (über 40 Grad Celsius) einhergehende, grippeähnliche Erkrankung mit anschließender Lungenentzündung auftreten. Über eine Blutprobe kann man die Papageienkrankheit beim Menschen nachweisen.

    Krankheitsbild beim Vogel

    Die Inkubationszeit beträgt 3 bis 29 Tage, kann aber auch bis zu 100 Tage betragen. Sichtbar erkrankte Vögel sind teilnahmslos, verweigern das Futter, besitzen ein gesträubtes Federkleid und magern stark ab.

    Weitere charakteristische Symptome sind:
    + Starke Bindehautentzündung,
    + oftmals nur einseitig
    + Anschwellen der Augenlider
    + Verklebte Augen und Nasenlöcher
    + Hellgrüner Durchfall (oft auch blutig)
    + Erschwerte Atmung

    Die Krankheit führt unbehandelt innerhalb weniger Tage bis Wochen zum Tod oder geht in eine chronische Form über, bei der die Tiere sich scheinbar erholen, aber weiterhin Erreger ausscheiden.

    Geschlossene Räume bitte vermeiden!

    Die Ansteckungsgefahr ist besonders in geschlossenen Räumen am größten. Auch eine schlechte Haltung, die Fütterung, belastende Umwelteinflüsse (Stress) und andere Infektionen begünstigen den Ausbruch der Krankheit.

    Schnelles Handeln erforderlich

    Ihr Tierarzt wird die Krankheit sehr schnell durch den Nachweis des Erregers in Kotproben, Kloaken-/ Choanentupfern erbringen. Psittakose zählt zu den anzeigenpflichtigen Tierseuchen. Spezielle Antibiotikagaben sind im Fall einer Erkrankung erforderlich und werden über einen im Tierseuchengesetz vorgeschriebenen Zeitraum verabreicht. Da es keine Impfung gibt, sollten neu gekaufte Vögel zur Vorbeugung in Quarantäne gehalten und auf Chlamydophila psittaci getestet werden.

    Ihr TIERplus Tierarzt informiert:

    Psittakose beim Menschen wird aufgrund der gripppeähnlichen Symptomatik oft nicht oder zu spät erkannt. Die Behandlung kann nur mit einem speziellen Antibiotikum erfolgen. Als Vogelbesitzer sollten Sie deshalb bei grippeähnlichen Symptomen immer Ihren Hausarzt darauf aufmerksam machen, dass es sich auch um Psittakose handeln könnte! +

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