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    • 25 Mär 14

    + Schon mal gehört ? MDR-1-Gendefekt bei Hunden

    Bei manchen Hunderassen kommt ein Gendefekt vor, der zur Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Arzneistoffen führt, der sog. MDR-1-Gendefekt.

    Am meisten betroffen sind Collies , aber auch andere Hütehundrassen, wie Australian Shepherd, Bobtail, Border Collie, weißer Schäferhund und Shelties, sowie einige seltenere Rassen wie Longhaired Whippet und Silken Windhound. Die betroffenen Hunde sind an sich völlig gesund, aber bei Ihnen kann es durch den Defekt, der die sog. Blut-Hirn-Schranke betrifft bei der Anwendung von bestimmten Arzneistoffen zu einer übermäßigen Anreicherung dieser Stoffe im Gehirn und somit zu schweren Nebenwirkungen kommen. Jeder Hund hat 2 Kopien dieses Gens und nur die Hunde, die bei beiden Kopien die defekte Variante tragen (MDR-1 -/-) sind von dieser Überempfindlichkeit betroffen. Der Defekt kann mittels einer Blutuntersuchung nachgewiesen werden.

    Kritische Arzneistoffe

    Am bekanntesten ist der Wirkstoff Ivermectin, der häufig zur Entwurmung bei Pferden und Rindern eingesetzt wird. Dieser Wirkstoff führt bei Hunden mit MDR-1-Defekt zu schweren neurologischen Nebenwirkungen, wie Krampfanfällen, Koma bis hin zu Todesfällen und darf daher keinesfalls angewendet werden. Vorsicht ist vor allem bei der Entwurmung von Pferden geboten, da Hunde im Reitstall heruntergetropfte Entwurmungspaste vom Boden aufschlecken können – dies sollte unbedingt vermieden werden! Aber auch ein scheinbar harmloses Durchfallmedikament aus der Humanmedizin mit dem Wirkstoff Loperamid (z.B. Imodium ® akut) kann beim Hund mit MDR-1-Defekt schwere Nebenwirkungen hervorrufen. Medikamente aus der Humanmedizin sollten aber bei allen Hunden immer nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt angewendet werden.

    Beruhigend zu wissen

    Entwurmungsmedikamente, die für Hunde zugelassen sind wie z.B. Milbemax, wurden an Hunden mit MDR-1-Gendefekt getestet und sind auch bei diesen Rassen gut verträglich. Ihre TIERplus Tierärzte beräten Sie gerne.

    Weitere Informationen zum MDR-1-Gendefekt finden Sie im Internet unter: http://www.vetmed.uni-giessen.de/pharmtox/mdr1_defekt.php     +

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