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Myxomatose (Kaninchenpest)

Die Myxomatose, oder auch Kaninchenpest genannt, wird durch ein Pockenvirus verursacht, das fast ausschließlich unsere Haus- und Wildkaninchen, selten aber auch unsere Feldhasen, befällt. Je nach Virulenz (= krankmachenden Eigenschaften) des Virusstammes ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Kaninchen an dieser Erkrankung stirbt, bis zu 100%.

Der primäre Übertragungsweg erfolgt über blutsaugende Insekten, wie Gelsen, aber auch direkt von Tier zu Tier ist eine Infektion möglich. Kranke Tiere zeigen bei der Myxomatose nach einer Inkubationszeit von 3 bis 9 Tagen die typischen Schwellungen und Entzündungen im Bereich der Augenlider, des Mundes und der Ohren. Man spricht daher auch von der „Löwenkopfkrankheit“.

Die Myxomatose stammt ursprünglich aus Südamerika. In Australien wurde es Anfang der 1940er Jahre künstlich eingeführt um eine Kaninchen Überpopulation zu bekämpfen. Nach anfänglichen Misserfolgen setze man dann in den 1950er einen neuen hoch virulenten (krankmachenden) Myxomatosevirus ein, mit dem Ergebnis das 99% der Kaninchenpopulation starb. In Europa wurde das Virus zuerst gezielt in Frankreich eingesetzt. Prof. Dr. Paul Amand-Delille infizierte 1952 zwei Wildkaninchen mit dem Virus. Nachbarn waren von dem „Erfolg“ so beeindruckt, dass sie kranke Tiere stahlen, um sie in ihrem Gebiete auszusetzen. Von nun an verbreitete sich das Virus im rasanten Tempo mit ca. 400 km pro Jahr über ganz Europa. 1955 wurde das Virus das erste Mal in Österreich nachgewiesen. Bis heute haben sich die Wildkaninchenpopulationen in manchen Ländern und Landstrichen davon nicht erholt, und die Seuche ist weiterhin aktiv.

Kaninchen Impfen: Der einzige Schutz ist die prophylaktische Schutzimpfung. Seit 2012 existiert eine Kombi-Impfung gegen Myxomatose und RHD, die ein Jahr Schutz bietet. Diese Kaninchen Impfung wird routinemäßig bei Ihrem TIERplus Tierarzt durchgeführt.

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