Allergie
Als Allergie wird eine überschießende Abwehrreaktion des Immunsystems auf bestimmte und normalerweise harmlose Umweltstoffe (Allergene) bezeichnet, die sich in typischen, oft mit entzündlichen Prozessen einhergehenden Symptomen äußert. Von den Allergien sind Futtermittelunverträglichkeiten zu unterscheiden, die keine Allergien im klassischen Sinne darstellen. Allergien und Futtermittelunverträglichkeiten sind leider sehr häufig zu beobachtende Probleme bei unseren Haustieren und können vielfach sehr langwierig und hartnäckig sein. Nur eine umfangreiche Abklärung und eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Tierbesitzer und Tierarzt führen dann zum gewünschten Erfolg! Ihr TIERplus Tierarzt hilft Ihnen gerne!
Anaplasmose
Die Canine Anaplasmose ist eine durch Zecken übertragene Infektionskrankheit des Hundes, die durch das Bakterien Anaplasma phagocytophilum hervorgerufen wird, und befällt auch andere Säugetiere und den Menschen. Allerdings kommen die seltenen Infektionen des Menschen nur durch Übertragung durch Zecken vor, eine Hund-Mensch-Übertragung ist unwahrscheinlich. Der Erreger kommt häufig in ganz Nord- und Mitteleuropa vor, im Gegensatz zu der nur im Mittelmeerraum auftretenden Ehrlichiose. Die Inkubationszeit beträgt 2–20 Tage. Der Befall verläuft meist mit Abgeschlagenheit, Fieber, Fressunlust, Muskelverhärtungen, Polyarthritis mit Gelenkschmerz, Gelenkschwellungen und Lahmheit sowie Gewichtsverlust. Durch Blutungen in die Hirnhäute können zentralnervöse Symptome auftreten. Typisch ist eine Abnahme der roten Blutplättchen (Thrombozytopenie) mit Neigung zu Blutungen, die in 80 % der Fälle auftritt.
Eine Schutzimpfung gegen die Canine Anaplasmose existiert leider nicht. Die wichtigste Vorbeugemaßnahme ist die Zeckenprophylaxe, wie das Absuchen des Tieres nach Zecken nach jedem Spaziergang und deren sofortige Entfernung. Ein Schutz vor Zecken durch äußerlich anzuwendende Zeckenschutzmittel ist sinnvoll, da sie auch die Gefahr des Auftretens weiterer, durch Zecken auf Hunde übertragbarer Erkrankungen wie Borreliose, Babesiose, Ehrlichiose, Hepatozoonose oder FSME senken. Geeignete Zeckenschutzmittel erhalten Sie bei Ihrem TIERplus Tierarzt.
Auskultation
Unter Auskultation (von lateinisch "auscultare" = zuhören, horchen) versteht man in der Medizin das Abhören des Körpers, typischerweise mit dem Stethoskop. Die Auskultation ist Bestandteil der klinischen Untersuchung und vor allem in der Diagnostik von Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen von Bedeutung. Auf Grund von typischen Geräuschen kann ein erfahrener Tierarzt bereits Rückschlüsse ziehen und Krankheiten zuordnen.
Babesiose
Die Babesiose des Hundes (Syn. „Hundemalaria“, Piroplasmose) ist eine durch Einzeller der Gattung Babesia hervorgerufene Infektionskrankheit bei Hunden, die eine Zerstörung der roten Blutkörperchen und damit eine mehr oder weniger ausgeprägte Blutarmut (Anämie) hervorruft. Die Erkrankung verläuft in Mitteleuropa meistens akut mit hohem Fieber und kann ohne Behandlung binnen weniger Tage tödlich enden.
Die Übertragung erfolgt durch Zecken. Während die Babesiose bis in die 1970er Jahre vor allem eine „Reisekrankheit“ war, kommt sie durch die Ausdehnung des Verbreitungsgebiets der Auwaldzecke mittlerweile natürlich in weiten Teilen Europas vor.
Die primäre Übertragung erfolgt durch einen Zeckenstich. Neben der Übertragung durch Zecken ist eine Infektion von Hund zu Hund beispielsweise bei Beißereien möglich. Auch eine Übertragung von der Hündin auf ihre Nachkommen wird vermutet.
In Mitteleuropa tritt vor allem die akut verlaufende Form der Babesia-canis-canis-Infektion auf. Die Inkubationszeit beträgt 5 bis 7 Tage, selten kann sie bis zu drei Wochen nach dem Zeckenstich dauern. Krankheitszeichen (Symptome) sind ein gestörtes Allgemeinbefinden und Fieber, gefolgt von Fressunlust, Gewichtsverlust und Abgeschlagenheit. Ein bis zwei Tage später kommt es aufgrund des Zerfalls der roten Blutkörperchen zu Blutarmut, Blutharnen, Ausscheidung des Blutfarbstoffabbauprodukts Bilirubin über den Harn und gegebenenfalls auch Gelbsucht. Auch eine zentralnervöse Form mit epilepsieähnlichen Anfällen, Bewegungsstörungen und Lähmungen ist möglich. Die akute Form endet unbehandelt binnen weniger Tage mit dem Tod.
Vorbeugen ist die beste Medizin! Die wichtigste Vorbeugemaßnahme ist die Zeckenprophylaxe, wie das Absuchen des Tieres nach Zecken nach jedem Spaziergang und deren sofortige Entfernung. Ein Schutz vor Zecken durch äußerlich anzuwendende Zeckenschutzmittel ist sinnvoll, da sie auch die Gefahr des Auftretens weiterer, durch Zecken auf Hunde übertragbarer Erkrankungen wie Borreliose, Anaplasmose, Ehrlichiose, Hepatozoonose oder FSME senken. Geeignete Zeckenschutzmittel erhalten Sie bei Ihrem TIERplus Tierarzt.
Schützen Sie Ihren Hund - Impfen hilft! Gegen Babesia c. canis und Babesia c. rossi existiert ein Impfstoff. Eine Impfung schützt zwar nicht vor einer Infektion, aber die Erkrankung wird deutlich abmildert.
Bandwürmer
Biopsie
Die Biopsie (altgriechisch „bios“= „Leben“ und „opsis“= „Sehen“) ist ein Fachbegriff aus der Medizin für die Entnahme und Untersuchung von Material (meist Gewebe) aus einem lebenden Organismus. Das entnommene Gewebe (das Bioptat) wird vom Pathologen unter dem Mikroskop untersucht. Auch chemische Analysen gehören zu den Untersuchungsmethoden. Mit Hilfe einer Biopsie kann u.a. geklärt werden, ob es sich um bösartige oder gutartige Tumore handelt.
Borreliose
Die Lyme-Borreliose oder Lyme-Krankheit ist eine Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Borrelia burgdorferi oder verwandte Arten aus der Gruppe der Spirochäten verursacht wird. Die Krankheit kann jedes Organ befallen, speziell aber das Nervensystem und die Gelenke. Die Erkrankung ist weltweit verbreitet und kommt beim Menschen und allen anderen Säugetieren, wie auch bei unseren Haustieren, sowie Vögeln vor. Die Übertragung erfolgt vor allem durch den Gemeinen Holzbock, eine Zeckenart. In manchen Regionen ist beinahe jede zweite Zecke Träger dieses Bakteriums, d.h. durch jeden zweiten Zeckenbiss kann Ihr Tier theoretisch infiziert werden!Die klinischen Veränderungen, die dem Tierbesitzer auffallen können, reichen von allgemeiner Abgeschlagenheit des Hundes, über Bewegungsunlust, bis hin zur hochgradigen Lahmheit und neurologischen Symptomen. Eine für diese Erkrankung ganz typische klinische Veränderung gibt es beim Tier nicht. Im Gegensatz zum Menschen entwickelt der Hund auch nicht die typischen Hautrötungen rund um den Zeckenbiss.
Aber eine Erkrankung können Sie verhindern – lassen Sie Ihren Hund dagegen impfen!
Die umgangssprachlich auch oft als „Zeckenimpfung“ bezeichnete Borreliose- Schutzimpfung sollte am Beginn des Jahres (Jänner, Februar), also vor der Zeckensaison durchgeführt werden, sodass zum Beginn der Zeckensaison im Frühling bereits ein solider Impfschutz gewährleistet ist.
ACHTUNG: auch wenn diese Impfung landläufig „Zeckenimpfung“ genannt wird, schützt sie NICHT vor einem Befall durch Zecken, sondern nur gegen die durch die Zecke übertragenen Infektionskrankheit! Eine regelmäßige Anwendung von Zeckenschutzmitteln ist weiterhin notwendig! Geeignete Präparate erhalten Sie bei Ihrem TIERplus Tierarzt.
Die wirksamste Maßnahme gegen eine Erkrankung ist die jährliche Schutzimpfung im Frühjahr.
Giardien
Giardia intestinalis ist ein urtümliches Geißeltierchen (Einzeller), der Menschen und andere Säugetiere, wie Hunde und Katzen, aber auch Amphibien, Reptilien und Vögel befällt.Giardien gelangen üblicherweise über kontaminiertes Trinkwasser, über Futter oder durch direkten Kontakt mit einem infizierten Tier, aber auch über Kontakte mit Fliegen in den Darm des Wirtes, wo sie sich vermehren und als Zysten wieder ausgeschieden werden und weitere Tiere oder den Menschen infizieren.
Die Zysten (=infektiösen Parasiten) bleiben in feuchten Böden bis zu sieben Wochen infektiös, in kühlem Wasser (4 C) bis zu drei Monaten, wobei sie unter optimalen Bedingungen sogar mehrere Monate lebensfähig bleiben können.
Vermutlich reicht schon die Aufnahme von 10 Zysten aus, um eine Erkrankung auszulösen. Erkrankte Tiere scheiden bis zu 10 Mio. Zysten pro Gramm Kot aus. Die Präpatenz – der Zeitraum von der Infektion bis zur ersten Ausscheidung der Zysten – beträgt 4 bis 15 Tage. Bei Katzen gehört Giardia intestinalis zu den Parasiten, die bei Kotuntersuchungen sehr häufig gefunden werden.
Erkrankte Tiere zeigen immer wieder auftretende Durchfälle, Fettkot, Malabsorption mit verringerter Gewichtszunahme beziehungsweise Abmagerung sowie Appetitlosigkeit. Der Kot ist zumeist weich und ungeformt, gelblich und faulig oder ranzig riechend. Gelegentlich kann er auch schleimig oder wässrig sein, als Zeichen der Malabsorption mit Gasblasen durchsetzt sein oder auch geringe Blutbeimengungen zeigen. Ein ähnliches Krankheitsbild zeigt sich auch beim Menschen. Eine Therapie kann sehr hartnäckig und langwierig sein, da für eine erfolgreiche Behandlung auch die Umgebung miteinbezogen werden muss. Ihr TIERplus Tierarzt berät und hilft Ihnen gerne! Bei Verdacht, bringen Sie eine frische Kotprobe mit in die Ordination. In den TIERplus Tierarztpraxen stehen sogenannte Schnelltestverfahren zur Verfügung. Somit wissen Sie sofort, ob Ihr Tier mit Giardien infiziert ist.
Die Folgen sind haarlose Stellen, offene infizierte Hautwunden, Krusten und v.a. eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität ihres Vierbeiners.
Die Ursachen können vielfältig sein:
Parasiten (Flöhe, Milben, Zecken), Pilzerkrankungen (Cave: auch potentiell ansteckend für Menschen), bakterielle Hautentzündungen, Futtermittel-Allergien (= Immunantwort des Körpers auf Futtermittel-Allergene, Körper produziert dagegen Antikörper), Futtermittel-Unverträglichkeiten (krankmachende , nicht immunvermittelte Reaktion des Körpers auf Futtermittel-Bestandteile, d.h. der Körper produziert keine Antikörper), Atopien (erblich bedingte Hautallergie auf Umgebungsallergene wie Pollen, Hausstaub – und Vorratsmilben sowie Schimmelpilze), hormonelle Erkrankungen, Autoimmunkrankheiten, u.v.m.
Oft ist der Juckreiz ein Symptom für eine zugrundeliegende Erkrankung!
Um die Lebensqualität Ihres Tieres zu verbessern und effektiv zu helfen, stehen Ihnen bei Ihrem TIERplus Tierarzt zahlreiche Diagnostische Verfahren (wie z.B. zytologischen. Hautuntersuchungen, Biopsien, Allergiescreenings, Pilztest, Blutuntersuchung, etc.…) zur Verfügung um ein individuell abgestimmtes Therapieprogramm zu erstellen.
Betroffen davon sind Echsen (sehr häufig Bartagamen, Leopardgeckos, Wasseragamen, grüne Leguane, Chamäleons) und Schildkröten (Land- und Wasserschildkröten), aber auch Schlangen (oftmals Kornnattern).
Eine Legenot kann sehr unterschiedliche Ursachen haben. Mechanische Gründe können eine mögliche Ursache sein. Beispielsweise, kann es vorkommen, dass Eier zu groß oder missgebildet sind, oder dass das weibliche Tier ein zu enges Becken hat. Auch können Hindernisse in der Bauchhöhle (z.B. Tumore, Abszesse) sein, die den Eiern den Weg versperren. Am allerhäufigsten sind jedoch Ernährungs- und Haltungsfehler die Ursachen für eine Legenot, wie allen voran ein Mangel an Kalzium und/oder UV-Licht sowie falsche Licht - und Temperaturverhältnisse. Stress kann ein weiterer Grund sein, weshalb ein Weibchen keine Eier legen kann: wenn entweder kein geeigneter Eiablageplatz vorhanden ist oder zu viele Tiere auf zu engem Raum gehalten werden.
Ihr Reptil frisst nichts mehr, ist unruhig, macht viele Grabeversuche und hat je nach Reptilienart einen stark vergrößerten Bauch. Möglicherweise hat Ihr Tier schon mal Eier gelegt, aber diesmal nur wenige Eier, und es presst weiterhin, zeigt ev. auch Atemnot und einen Vorfall von Organen aus der Kloake (in diesem Fall sollen Sie unverzüglich Ihren TIERplus Reptilen-Tierarzt aufsuchen!!). Bei länger anhaltender unerkannter Legenot werden die Tiere zunehmend schwächer und apathisch, und die Prognose immer schlechter.
Anhand der von Ihnen beschriebenen Symptome kann der Tierarzt bereits einen Verdacht schöpfen. Er wird Ihr Reptil genau und vorsichtig untersuchen (um die Eier nicht zu verletzen) und einigen Fällen die Eier bereits sehen oder spüren. Oftmals ist es jedoch nicht so leicht eine normale Trächtigkeit von einer Legenot zu unterscheiden. In diesen Fällen sind weiterführende Untersuchungen, wie ein Ultraschall und/oder Röntgen bzw. auch eine Blutuntersuchung notwendig.
Sobald Sie den Verdacht haben, sollten Sie Ihren TIERplus Tierarzt ehest möglich aufsuchen! Je früher die Diagnose gestellt wird, umso größer ist die Möglichkeit, dass das Tier, die Eier doch noch auf natürlichem Weg durch eine entsprechende tierärztliche Unterstützung ablegen kann. In manchen Fällen ist jedoch eine chirurgische Behandlung unumgänglich. Über einen Zugang zur Bauchhöhle, werden chirurgisch die Eier aus den Eileitern entfernt. Teilweise kann es dabei nötig sein, die Eileiter und die dazugehörigen Eierstöcke zu entfernen. Ist das Reptil in einem guten Gesundheitszustand, ist die Prognose bei einer Operation sehr gut. Wird bei der Behandlung der Fortpflanzungstrakt auf einer Seite intakt gelassen, steht normalerweise einer zukünftigen Fortpflanzung nichts im Wege. Dabei muss bedacht werden, dass es erneut zur Legenot kommen kann, insbesondere wenn Ernährungs- und Haltungsfehler zwischenzeitlich nicht behoben wurden.
ACHTUNG: die Legenot ist ohne tierärztliche Behandlung eine lebensbedrohliche Erkrankung!
Wie können Sie einer Legenot bei Ihrem Reptil vorbeugen?
Die beste Vorsorgemaßnahme ist es, sich mit den zum Teil sehr komplexen Ernährungs- und Haltungsansprüchen von Reptilien noch vor deren Anschaffung bestmöglich vertraut zu machen.
Der Grund, warum diese Erkrankung meist aber viel zu spät erkannt wird, ist der Umstand, dass bis zu 70% des Nierengewebes zerstört sein können, ohne dass Krankheitssymptome für den Tierbesitzer erkennbar sind. Nur dann beginnt der Wettlauf gegen die Zeit, und die Prognose ist meist schlecht bis hoffnungslos, bis letztendlich die Niereninsuffizienz im Nierenversagen endet.
Je früher diese Erkrankung erkannt wird und begleitende medizinischen Maßnahmen, wie spezielle Diätfuttermittel, Infusionstherapien, Medikation, etc. begonnen wird, umso besser ist die Prognose für Ihr Tier. Daher empfiehlt es sich ab dem 5. Lebensjahr jährlich bei Ihrem Hund oder Katze eine Vorsorgeuntersuchung durchzuführen.
Alle Lebensvorgänge werden dabei auf annähernd Null zurückgefahren, so dass das Tier bei kritisch tiefen Temperaturen nicht aufwachen und den Kältetod sterben kann. Nahrung wird während der Starre nicht aufgenommen. Die Körpertemperatur passt sich der Außentemperatur an, der Herzschlag ist auf das Minimum reduziert, genau wie die Atemfrequenz. Die Kältestarre wird im Gegensatz zum Winterschlaf zwingend von fallenden Temperaturen eingeleitet. Bei vielen wechselwarmen Tieren – Insekten, Schnecken, ein Großteil der Reptilien (wie z. B. Eidechsen, Schlangen, Schildkröten) und Amphibien (wie z.B. Frösche, Kröten – in den gemäßigten Klimazonen) kommt die Winterstarre vor. Teichmolche verbringen drei bis vier Monate, Blindschleichen und Kreuzottern vier bis fünf Monate, Laubfrösche und Zauneidechsen fünf bis sechs Monate im Zustand einer Winterstarre. Glucose verhindert ein volles, tödliches Einfrieren der Körperflüssigkeiten.
Auch in der Terraristik müssen manche Reptilienarten daher überwintert werden, auch wenn sie in menschlicher Obhut gehalten werden. Aber nur gesunde und fitte Tiere können eingewintert werden! Ein umfangreicher Gesundheitscheck ist zuvor daher unbedingt notwendig!